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Vaterlandsliebe

Jens ist tolerant, groß und gutaussehend. Doch seine durchdringende Ehrlichkeit und Loyalität zu Deutschland bringen ihm zunehmend Probleme. Viele Menschen halten ihn für einen Nazi, obwohl er doch nur sein Land liebt…

Kurzfilm | D | 2012 | HD | 20min
Regie: Nico Sommer

Vaterlandsliebe - Ein Kurzfilm von Nico Sommer

Vaterlandsliebe - Ein Kurzfilm von Nico Sommer

Cast

Fabian Püschel
Eve Wangui

Technische Details

Regie: Nico Sommer
Idee/Buch: Fabian Püschel, Nico Sommer
Ton: Sina Scholz, Philipp Gaul
Mischung: Anton Weranow
Schnitt/Kamera: Nico Sommer
Trailermusik: Saara Norris

Eine süsssauer Filmproduktion in
Koproduktion mit der Kunsthochschule Kassel

Awards

Bester Deutscher Film Interfilm Berlin 2012
Prädikat: ‘Besonders Wertvoll’
Nominierung First Steps Award 2012 Kategorie Kurzfilm
Bester Kurzfilm Heimatfestival 2013
Bester Fake-Dokumentarfilm Freenetworld Filmfestival
Publikumspreis Haydauer Filmtage 2011
Preis der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz 2011
2. Preis Independent Days 2012
Special Mention der Jury | Sehsüchte 2012
BDFA Silbermedaille FiSH

Festivalteilnahmen

  • Berlinale 2012 “Hessen Talents” EFM European Film Market
  • Berlin Cinema Summer 2013
  • Dokumentarfilm- und Videofestival Kassel 2011 (Wettbewerb)
  • Festival of Nations Ebensee 2012
  • Filmfest Eberswalde Provinziale 2012 (Wettbewerb)
  • Filmfestival Neue Heimat 2013
  • FiSH Festival 2012 (Wettbewerb)
  • Frankfurt Visionale 2011 (Wettbewerb)
  • Freenetworld Filmfestival 2013 (Wettbewerb)
  • Fusion Festival Kino 2012
  • Haydauer Filmtage 2011 (Wettbewerb)
  • Independent Days Karlsruhe 2012 (Wettbewerb)
  • Interfilm Berlin 2012 (Deutscher Wettbewerb)
  • Internationales Filmfestival Dresden 2012 (Panorama)
  • Internationales Kurzfilmfestival München Bunter Hund 2012 (Wettbewerb)
  • Internationales Kurzfilmfestival Oberschöneweide 2011
  • Internationales Kurzfilmfestival Detmold 2012
  • Internationales Kurzfilmfestival Weiterstadt 2013
  • Internationales Studentenfilmfestival Sehsüchte 2012 (Wettbewerb)
  • Kalpanirjhar International Short Fiction Film Festival 2013
  • Konstanzer Kurzfilmspiele 2012 (Wettbewerb)
  • Les Impatientes (Frankreich, Paris)
  • Lichter Filmtage Frankfurt International 2012 (Wettbewerb)
  • Manya Human Rights International Film Festival 2013 (Wettbewerb)
  • Medienfestival Plattform 2012 (Wettbewerb)
  • Meine Kultur Festival 2012
  • Neissefilmfestival 2012 (Wettbewerb)
  • Open Eyes Marburg 2012 (Wettbewerb)
  • Portobello Filmfestival (UK) 2013
  • Quartiersaal ostpol° 2012
  • 28th Rencontres Cinéma de Gindou 2012
  • Regensburger Kurzfilmwoche 2012 (Deutscher Wettbewerb)
  • San Gio Verona Filmfestival 2013 (Wettbewerb)
  • Sydney Intercultural Film Festival 2013
  • The Hague, The International Streaming Festival 2012
  • Oldenburger Kurzfilmtage Zwergwerk 2011
  • Videofilmtage Koblenz 2011 (Wettbewerb)
  • Wendland Shorts 2012 (Wettbewerb)

Jurybegründung Internationales Kurzfilmfestival Berlin Interfilm 2012

Bester Deutscher Film 2012: Die Jury möchte einen Film auszeichnen der den Mut hat mit Humor die dunklen Ecken und Windungen braunem Gedankenguts auszuleuchten. Während man durch den ganzen Film hindurch lacht, erschrecken wir immer wieder und entdecken, dass die Linie zwischen nachvollziehbar und nicht akzeptabel sehr dünn ist.
Vaterlandsliebe - Ein Kurzfilm von Nico Sommer
Der Gewinner des ersten Preises des Deutschen Wettbewerbs ist Nico Sommer mit seinen Film “Vaterlandsliebe”.

Jurybegründung des Interfilm Kurzfilmfestivals 2012 (Jury: Yasemin Samdereli, Andreas Schmidt,
Daniel Ebner, Nadeshda Brennicke)

Jurybegründung Preis der Landeszentrale für politische Bildung

Vaterlandsliebe ist weniger ein Film, als mehr, wie sich in unserer Jurydiskussion herausgestellt hat, eine Zirkusnummer. Ein Hochseilakt nämlich. Nico Sommer hinter und der überragende Fabian Püschel vor der Kamera balancieren in ihrer Satire über den Nationaldeutschen Museumswärter und Hobbyboxer Jens auf dem schmalen Grat der Ironie. Virtuos spielen sie mit den Mitteln des Dokumentarfilms und lassen ihr Publikum unerträglich lang über die Echtheit dieses unsympathischen Zeitgenossen Jens im Unklaren, der in aberwitzigen, selbstentlarvenden Argumentationen sein rechtes Gedankengut unter die Kinozuschauer bringt.
Nico Sommer beherrscht das Spiel mit der Echtheit perfekt. Dieses Können ist der Segen und gleichzeitig der Fluch des Films. Denn was dem Einen vor lauter beißender Ironie Tränen in die Augen treibt, geht dem anderen, vor lauter Authentizität zu weit! Vaterlandsliebe polarisiert sein Publikum, bringt es zum Lachen und gleichzeitig zum Diskutieren, beweist Mut und technische Meisterschaft. Was kann man von einem Film mehr erwarten?!

Jurybegründung der Videofilmtage Koblenz (Laudation Axel Ranisch)

Filmbewertungsstelle: Prädikat Besonders Wertvoll

Der dokumentarisch anmutende Kurzfilm von Nico Sommer wirkt verblüffend. Er vermittelt Einblicke in das Leben von Jens, den der Co-Drehbuchautor Fabian Püschel im Film verkörpert. Jens will kein Nazi sein, liebt aber sein deutsches Vaterland. Er arbeitet als Nachtwächter in einem Kunstmuseum, dressiert seinen Schäferhund und hat eine dunkelhäutige Freundin. Dieser Protagonist versucht Ehrlichkeit als seine Haupttugend vorzuführen und bietet ein provokantes Gemisch aus Halbwahrheiten, Paradoxien und stilisierten Klischees. Sind moderne Künstler schwul? Gibt es bei Delphinen Massensexorgien? Bilden die Deutschen in vielen Berliner Schulen nur noch eine Minderheit? Brauchen die braven Kleinbürger „ihren Nazi“ als Feindbild bzw. als einen sie selbst entlastenden Sündenbock?
Was ist mit dem Alptraum, dass aus dem Bäcker über Nacht einer Dönerladen wird? Gibt es eine Pille gegen Vaterlandsliebe? Was weite Kreise der Bevölkerung nicht offen (- oder nur unter Einfluss von Alkohol am Stammtisch) aussprechen, wird in dieser Satire bloßgestellt. Raffiniert erzählt (u. a. auch mit Kommentaren eines Boxtrainers) und geschickt gedreht, dürfte dieser Kurzfilm für viel Meinungsstreit, vielleicht auch für einige Missverständnisse sorgen. Die Jury entschied sich auch deshalb für das Prädikat „Besonders Wertvoll“, weil die aufgeworfenen Fragen eine intensive Auseinandersetzung wert sind.

Special Mention des Internationalen Studentfilmfestivals Sehsüchte

Die lobende Erwähnung der Jury für Vaterlandsliebe gilt dem Mut, sich einer kontroversen gesellschaftlichen Diskussion zu stellen, und dafür mit der Mockumentary eine ideale Form zu nutzen, die es vom Publikum verlangt, eine eigene Haltung zu finden.

Würdigung der Festivalleitung des Independent Days 2012

Ein junger deutscher Mann mit einer großen Portion Loyalität zu seiner Heimat, der durch seine verstörenden Aussagen das Publikum mit einem beklemmenden Gefühl befällt, an anderer Stelle durch seine ambivalenten Konstrastierungen belustigt, aber hierbei immer wieder die moralische Frage aufwirft,
was aufgrund der geschichtlichen Abgründe Deutschlands in einem Film erzählt werden darf oder was politisch unkorrekt ist. Dem Regisseur Nico Sommer gelingt dieser Spagat und hat sich so die Würdigung seiner Arbeit mit dem 2. Platz gesichert. // Dr. Oliver Langewitz, Festivalleiter Independent Days 12


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